Empfang des Ministerpraesidenten im Saxony House
Am 19. Februar 2010 fanden im kanadischen Whistler die finalen Durchgänge im Skeleton der Damen und Herren statt. Selbstverständlich wollte auch ich als erfahrene Skeletonfahrerin die Wettkämpfe besuchen und unsere deutschen Athleten zu Gold, Silber und Bronze schreien. Doch dann kam alles ganz anders.
Am Abend zuvor erfuhr ich, dass ich als Teilnehmer des vierten Deutschen Olympischen Jugendlagers noch vor dem Skeletonwettkampf die Möglichkeit haben sollte, das Olympische Dorf in Whistler zu besuchen. Dort leben die Athleten aus den verschiedensten Ländern der Welt zusammen in einer Wohnsiedlung. Journalisten und Sponsorenvertreter haben zu den Wohnungen der Sportler keinen Zutritt. So hatte ich mich sehr gefreut, dass ich zu den vier „Auserwählten" gehörte, die das Dorf besuchen durften. Doch am Morgen kam das böse Erwachen. Die Karten wurden über Nacht unerwartet gekürzt. Zwei der vier Teilnehmer hatten das Pech, dass ihre Karte ungültig wurde. Darunter war auch ich. Aber kaum hatte ich diese Nachricht verdaut, klingelte das Telefon. Am Apparat war der Chef des Sächsischen Hauses, der mich unvermittelt nach Vancouver zum Empfang des Ministerpräsidenten einlud. Ich war total überrascht und verwundert, als ich das erfuhr. Denn warum sollte mich Stanislaw Tillich einladen? Die Antwort bekam ich einige Stunden später. Zusammen mit den Weltklasse-Rodlern Tatjana Hüfner, Anke Wischnewski und dem Doppel André Florschütz und Torsten Wustlich saß ich schließlich am Tisch beim Abendessen. Dort überraschten mich der Ministerpräsident und seine Vizepräsidentin Andrea Dombois mit einer großen Geburtstagstorte. Anschließend folgte eine feuchtfröhliche Geburtstagsparty der besonderen Art.

Am nächsten Tag erwartete mich schon das nächste Highlight. Schon früh am Morgen machten wir uns auf den Weg in den Hafen von Vancouver. Dort wartete ein Wasserflugzeug auf uns, um mit uns über Vancouver und die umliegenden Berge zu fliegen. Bei schönstem Sonnenschein bewunderten wir eine der schönsten Städte der Welt aus der Vogelperspektive. Sogar die Berge der USA konnten wir am Horizont erkennen. Es war beeindruckend, wie die Stadt mit dem Meer und den umliegenden Bergen harmonierte. Dieser Anblick war einer der schönsten Naturschauspiele, die ich bis jetzt in meinem Leben erlebt hatte.
Nach einem wunderbaren und äußerst nahrhaften Mittagessen stieß ich wieder zu unserer Gruppe. Dabei fiel mir auf, dass ich ja eigentlich nicht einmal 24 Stunden vorher noch vom Olympischen Dorf geträumt hatte.
Sarah Sartor









